Die gigantische Gletscherhöhle von Morteratsch         "tobilafotografie.com"   Toni Bischof / Ladir

Winter 2024/25

Monumental und gigantisch sind die Attribute, die mir für diese neu entstandene Gletscherhöhle spontan in den Sinn kommen. Ein grosses Geschenk von Mutter Natur, vergänglich... gewaltig und wunderschön!

 

Das riesige Gewölbe mit den fragil scheinenden Flakes erwecken den Eindruck, jederzeit einstürzen zu müssen! Seit dem 11. Oktober 2024 beobachtete ich diese Gletscherhöhle, zuerst von aussen, dann auch über längere Zeit von innen. Minutiös kontrollierte ich das Gewölbe auf neue Spannungsrisse, die einfach nicht entstehen wollten! Es ist, wie wenn der Gletscher eingeschlafen wäre...  immer wieder besuchte ich diesen Ort und fotografiert tagelang, oft bis in die Nacht hinein...!

 

Am 26. Februar 2025 war es soweit! Ich hatte mich entschlossen, in der Höhle zu biwakieren. Bis spät in der Nacht arbeitete ich mit Licht an 3 verschiedenen Höhlenmotiven, bevor ich um 23.30 Uhr in mein kleines Zelt und in den Schlafsck schlüpfte...

 

Ich war wie (fast) immer alleine...  Alleine mit dem Gletscher und seinen Geräuschen, die mir wohl vertraut sind. Der Gletscher schlief nicht... ich hörte sein Knacken und manchmal auch sein dumpfes Knallen, als wenn in der Ferne Lawinen gesprengt würden...

 

Der Gletscher schläft nicht in der Nacht... er war mir allgegenwärtig und dennoch fühlte ich mich in Ihm geborgen, denn ich konnte mich auf meine monatelangen Beobachtungen hier in diesem Ort verlassen...

 

irgendwann schlief ich tief ein.